a) Abzug sofort - nicht erst ab 2014!
„Zu den Ergebnissen der internationalen Afghanistan-Konferenz in Kabul
erklärte der Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag in einer
Stellungnahme: Der Afghanistan-Krieg wird nicht beendet - weder 2011 (das
Datum, an dem US-Präsident Obama mit dem Rückzug beginnen wollte) noch
2014, wie es jetzt unisono von den Regierungen der Interventionsstaaten
verkündet wird. Wie ein Mantra tragen die Alliierten die
"Abzugsperspektive" vor sich her, um sich selbst Mut zu machen und um die
"Heimatfront" zu beruhigen. Denn das einzige, was wirklich sicher ist in
diesem Krieg, ist seine Ablehnung durch die Bevölkerung…“ Pressemitteilung
des Bundesausschusses Friedensratschlag vom 21. Juli 2010
http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Afghanistan/konferenz-kabul-baf.html
b) Afghanistan: Hilfe ohne Bedingung
„Der Ton im Streit zwischen Nichtregierungsorganisationen (NGO) und dem
Entwicklungshilfeministerium wird schärfer. Hilfswerke haben erneut
unmissverständlich dem Drängen von Ressortchef Dirk Niebel (FDP)
widersprochen, in Afghanistan stärker mit der Bundeswehr zu kooperieren.
"Entwicklungshilfe darf nicht im Windschatten militärischer Interventionen
stattfinden", sagte der Geschäftsführer von Misereor, Martin
Bröckelmann-Simon, der Frankfurter Rundschau…“ Artikel von Tobias Schwab
in der FR online vom 23.07.2010
http://www.fr-online.de/top_news/2876083_Afghanistan-Hilfe-ohne-Bedingung.html
c) Testfall Afghanistan: Neoliberaler Umbau und Guerillakrieg
„In der Debatte über die Hintergründe des Afghanistan-Kriegs wurde in
zahlreichen Veröffentlichungen auf geostrategische Interessen verwiesen:
Tatsächlich existierten in Washington schon lange vor den Anschlägen des
11. September Pläne für eine bewaffnete Intervention, u.a. weil eine
militärische Präsenz in unmittelbarer Nähe zu Russland sowie der
angrenzenden ölreichen kaspischen Region angestrebt wurde. Zudem wird das
westliche Interesse hervorgehoben, Afghanistan als alternative
Transitroute zu erschließen, um die enormen kaspischen Energievorkommen
unter Umgehung Russlands dem Weltmarkt zuführen zu können. Zweifellos
spielten und spielen diese Überlegungen eine wichtige Rolle, allerdings
verwundert es dennoch, wie wenig Aufmerksamkeit dem radikalen neoliberalen
Umbau Afghanistans gewidmet wird, obwohl sich dieser als ein wesentlicher
Eskalationsfaktor erwiesen hat…“ IMI-Analyse 2010/026 von Jürgen Wagner
vom 23.7.2010
http://www.imi-online.de/2010.php?id=2155
Tags: Afghanistan, Krieg, Imperialismus, NATO, Bundeswehr, Militarismus, IMI